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30.03.2021

Von Eingriffen in Lebenswege erzählen

Aus dem Lebensweg eines Lausanner Stadtoriginals lässt sich eine politische und kulturelle Geschichte von Kontroversen in der Psychiatrie ableiten.

​Am 10. Januar 1986 eskortierte die Lausanner Polizei einen jungen Mann zur psychiatrischen Klinik von Cery, wo er zwangsinterniert wird. Ein Forschungsteam der Haute Ecole de Santé Vaud (HESAV) zeichnet nun in einem Buch das Leben von Martial Richoz nach, der in den frühen 1980er Jahren seinen selbstgebastelten Bus durch die Straßen von Lausanne schob. Seine Internierung provozierte Emotionen, Debatten und Demonstrationen mit grosser Medienresonanz. Waren seine Reisen durch die Stadt zu störend geworden? War der junge Mann, an den sich die Lausanner noch heute erinnern, das Sinnbild eines Lebensweges, der so nicht gut geduldet werden konnte?

Zum Autorenteam gehört neben Ludovic Maugué und Sandrine Maulini auch Cristina Ferreira, Soziologin und außerordentliche Professorin an der HESAV, die im Rahmen des NFP 76 ein Forschungsprojekt zu Wissen und Macht der forensischen Psychiatrie leitet.

L'Homme-bus, une histoire des controverses psychiatriques (1960 - 1980), erschienen bei Georg Editeur.

Das Buch ist als Open access-Download verfügbar:

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