Navigation

Unbegleitete minderjährige Geflüchtete in institutioneller Betreuung

 

Das Projekt untersucht die Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter. Dabei werden verschiedene historische Kontexte und unterschiedliche Betreuungsformen berücksichtigt, um der Wissenschaft, der Fachpraxis und der Politik Wissen zu vermitteln und Anregungen zu geben.

Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Das Projekt untersucht die Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter, die durch a) asylrechtliche, asylpolitische und asylbürokratische Vorgaben, b) ethnische und kulturelle Fremdheitserfahrungen sowie c) Vorstellungen zu kindgerechtem Aufwachsen und Hilfebedürftigkeit mit Aspekten von Fürsorge als auch Zwang verbunden sein können. Die gegenwärtige Unterbringung und Betreuung wird ethnographisch, d.h. durch Beobachtungen und Interviews mit den Beteiligten, untersucht, wobei verschiedene Betreuungsformen (MNA-Zentren, Erwachsenenunterkünfte, Pflegefamilien) berücksichtigt werden. In historischer Perspektive wird sich das Projekt auf Dokumente zu ausgewählten Gruppen unbegleiteter Jugendlicher fokussieren, die zwischen 1947–1981 in die Schweiz geflohen sind.

Hintergrund

Zur Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und zu darin angelegten Zwangsmomenten liegen, nicht nur für die Schweiz, kaum verlässliche Forschungsbefunde vor, sodass es an empirisch abgesichertem Wissen fehlt – sowohl in Hinblick auf die aktuelle Situation als auch bezüglich historischer Entwicklungen. Daher ist auch die Fachpraxis mit vielfältigen Chancen und Herausforderungen konfrontiert, die bislang nur unzureichend reflektiert werden können.

Ziel

Beantwortet werden verschiedene Fragen: Wie werden die jeweiligen Betreuungskontexte von den verschiedenen Akteuren erfahren und eingeschätzt? Wie wird der fürsorgerische Alltag durch die beteiligten Akteure gestaltet? Welchen Anforderungen müssen die beteiligten Akteure entsprechen? Auf diese Weise sollen der wissenschaftlichen Diskussion fundierte Erkenntnisse zur Verfügung gestellt und der Fachpraxis sowie der Politik Anregungen zur Weiterentwicklung gegeben werden.

Bedeutung

Das besondere Potenzial der Untersuchung liegt in der Einbeziehung verschiedener historischer Kontexte, im Vergleich unterschiedlicher Betreuungsformen, in der Berücksichtigung der Sichtweisen der Beteiligten und im längsschnittlichen Design der Untersuchung. Das Projekt sieht ausserdem einen engen Bezug zu anwendungsbezogenen Fragen vor sowie die Kooperation mit Praxispartnern und eine Vermittlung der Resultate in die Fachpraxis; darüber hinaus soll es auch der Politik Anregungen geben.

Originaltitel

Experiencing Care – Experiencing Coercion? Unaccompanied Minor Refugees in Institutional Care

Projektverantwortliche

  • Prof. Dr. Peter Rieker, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich (Projektleiter)
  • Rebecca Mörgen, Universität Zürich, Institut für Erziehungswissenschaft (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
  • Ellen Höhne, Universität Zürich, Institut für Erziehungswissenschaft (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Peter Rieker Institut für Erziehungswissenschaft
Universität Zürich
Freiestr. 36 8032 Zürich +41 44 634 45 61 prieker@ife.uzh.ch