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Grammatik der stationären Erziehung im Kontext

 

Das Projekt untersucht Kontinuität und Wandel der stationären (heilpädagogischen) Erziehung im 20. Jahrhundert am Beispiel des Landererziehungsheims Albisbrunn (LA) im Kanton Zürich. Die Schwerpunkte der Analysen liegen auf der Veränderung von Heimpraxis, Organisation/Konzepten und Kontexten.

​Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Die Analysen folgen einem Mehrebenenmodell: Auf der Mikroebene stehen pädagogische und diagnostische Praktiken im Vordergrund. Diese werden auf der Grundlage von "Zöglings"dossiers und anderen relevanten Archivdokumenten analysiert. Auf der Mesoebene interessieren Organisationsformen (Aufsicht, Leitung …) sowie pädagogische Konzepte und "Programme" (Gruppe, Schule, Berufsbildung, Therapie, Arbeit …). Auf der Makroebene zielt das Projekt auf Erklärungen von Kontinuität und Wandel aus der Perspektive sich verändernder Beziehungen der stationären Erziehung zu ihrem Umfeld: Im Vordergrund steht hier die Analyse sich wandelnder institutioneller, diskursiver, ideeller, personeller und disziplinär-wissenschaftlicher Netzwerke.

Hintergrund

Das Projekt stützt sich auf Governance- sowie neoinstitutionalistische Ansätze. Es geht davon aus, dass zwei kritische Wendepunkte ("critical junctures") für das LA von zentraler Bedeutung waren: Die grundlegenden Veränderungen in der Fürsorgepolitik und im sozial- und sonderpädagogischen Diskurs führten in den 1920er-Jahren zur Gründung des LA, externe Ereignisse (Heimkampagne; Veränderungen in Professionalitätserwartungen und institutionellem Umfeld …) in den 1970er-/1980er-Jahren zur Neupositionierung des LA.

Ziel

Ziel ist die Analyse, Beschreibung und Erklärung von Kontinuität und Wandel in Heimpraxis und -konzeption vor dem Hintergrund sich verändernder Kontexte. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Heimorganisation und pädagogische Konzepte massgeblich durch das Umfeld beeinflusst und verändert werden, gleichzeitig die Herausforderungen im pädagogischen Heimalltag aber relativ konstant bleiben. Kontinuität und Wandel sollen als "Grammatik" der stationären Erziehung theoretisch gefasst werden.

Bedeutung

Neue Erkenntnisse werden für den bisher kaum wissenschaftlich bearbeiteten Bereich der stationären heilpädagogischen Erziehung erwartet, aber auch zum Zusammenhang von Heimpraktiken und Ausbildung des Personals. Besondere Bedeutung kommt den sich ändernden Kontexten als Erklärungsfaktoren von Veränderung und Kontinuität in Heimpraxis und –konzeption zu. Die angestrebten Erklärungsmodelle und die "Grammatik stationärer Erziehung" sollen insbesondere in Ausbildungszusammenhängen Verwendung finden können.

Originaltitel

"Grammatik" der stationären Erziehung im Kontext – Kontinuität und Wandel am Beispiel des Landerziehungsheims Albisbrunn im 20. Jahrhundert

Projektverantwortliche

  • Prof. Dr. Lucien Criblez, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich (Projektleiter)
  • Prof. Dr. Patrick Bühler, Institut Primarstufe, Pädagogische Hochschule FHNW (Projektleiter)
  • Prof. Dr. Elisabeth Moser Opitz, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich (Projektleiterin)

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Lucien Criblez Institut für Erziehungswissenschaft
Universität Zürich
Freiestrasse 36 8032 Zürich +41 44 634 27 31 lcriblez@ife.uzh.ch