Projekt zur Aufarbeitung von Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen abgeschlossen

Betroffene von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vereinen eine Vielzahl von Sichtweisen, Erfahrungen und Lebensläufen. Sie übernahmen wichtige Rollen im Aufarbeitungsprozess.

Copyright Bild: zur Verfügung gestellt von der Guido Fluri-Stiftung

Die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in der Schweiz spielen eine zentrale Rolle im Prozess der nationalen Bemühungen zur politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aufarbeitung. Auch wenn es viele Betroffene vorzogen, über ihre Erfahrungen zu schweigen, um von der Gesellschaft nicht stigmatisiert und ausgegrenzt zu werden, fand eine Minderheit dieser Personen den Mut, ihre Geschichten zu erzählen. Sie veröffentlichten Bücher und Dokumentationen, sprachen in der Öffentlichkeit und engagierten sich politisch.

Die aktive Beteiligung an der Aufarbeitung hat sich auf verschiedene Arten auf ihre persönliche Identität ausgewirkt, wie das Forschungsprojekt aufzeigt. Für einige der Aktivistinnen und Aktivisten bedeutete die öffentliche Wortmeldung das Erleben eines erneuten Traumas. Für andere engagierte Opfer sind die Veröffentlichung ihrer Erzählungen eine langfristige Anerkennung ihrer Handlungskompetenz: Sie möchten nicht nur als Opfer wahrgenommen werden, sondern auch als Menschen, die sich aktiv für Gerechtigkeit einsetzen. Viele ältere Betroffenen teilen die Sorge, dass die Verbreitung ihrer Erfahrungen nicht nachhaltig sei und wünschen sich eine breite Dokumentation ihrer Erfahrungen für künftige Generationen.